Dresden: Im Mercedes zum Golfplatz – ohne Führerschein
› von Administrator • Dienstag, 23. Februar 2010 • Aufrufe 148 • Keine Kommentare
Torsten H. fuhr gerne dicke Autos. Doch sein Status war erschwindelt. Der Betrüger wurde gestern zu seiner 24.Vorstrafe verurteilt.
Er fuhr im schicken Mercedes E300 zum Golfspielen nach Ullersdorf, in seinem Porsche 928 war er auf Sylt, gerne stieg er auch in einen Oldtimer Citroen DS – Unternehmensberater Torsten H. (43) war beachtlich motorisiert für ein Leben auf der Überholspur. Allein ihm fehlten die Mittel, um mit den Schönen und Reichen mithalten zu können. Denn: H. hatte immer wieder betrogen, um den schönen Schein zu finanzieren. Der sympathische Typ ist ein ausgewachsener Betrüger.
Erst seine damalige Lebensgefährtin Juliane D. beendete den Schwindel. Sie hatte im Jahr 2007 einen Großteil der Eskapaden finanziert. In kaum einem Jahr soll H. sie um rund 19000 Euro erleichtert haben. Er schwatzte ihr Darlehen ab, sie zahlte seine Einkäufe und seine Kfz-Steuern. Als H. auch noch mit ihren Kreditkarten heimlich Geld abhob – immerhin dreimal 500 Euro –, war der Spaß und wohl auch die Beziehung vorbei. Die Polizei fahndete nach dem abgängigen Freund. Torsten H. war ein Jahr lang untergetaucht.
Mit 12000 Euro in der Kreide
Gestern gab’s ein Wiedersehen am Amtsgericht Dresden. H. war wegen 14-fachen Fahrens ohne Führerschein und fünffachen Betrugs angeklagt. Neben den Geldabhebungen hatte er laut Anklage für 1000 Euro ein Bett gekauft und für 2257 Euro seinen Porsche reparieren lassen – stets ohne zu zahlen. Zeugin Juliane D. sagte, H. stehe bei ihr noch mit etwa 12000 Euro in der Kreide. Überrascht war sie, als Richter Rainer Gerards H.s Vorstrafenregister vortrug: Seit 1989 hat H. es immerhin auf 23 Vorstrafen gebracht – meist wegen Betrugs und Fahrens ohne Führerschein.
Dabei hatte der Angeklagte eine beachtliche Karriere geschafft. Nach der abgebrochenen Bäckerlehre holte er das Abi nach, studierte BWL, wurde Unternehmensberater. Heute lebt er in Wiesbaden und ist in psychiatrischer Behandlung. Da seit 2007 keine neuen Taten bekannt wurden, verurteilte das Gericht den Angeklagten zu zwei Freiheitsstrafen auf Bewährung von insgesamt 22 Monaten. Und H. muss seine Schulden zahlen.
Von Alexander Schneider
Text: Administrator
Bild: SZ
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