Unser Angebot: - ca. 50 Eissorten aus eigener Herst.- 13 Softeisvariationen- 16 Softshakes- Milchshakes- Café-Spezialitäten- Crepes, Waffeln, Kuchen- Nudeln, Sandwiches- Eisbomben- Getränke- Drinks,...
› Restaurant
› Cocktailbar
› Gaststätte
Öffnungszeiten Für Sie haben wir wie folgt geöffnet: Montag: 11:00 - 14:00 Uhr Dienstag - Freitag 11:00 - 14:00 Uhr und 17:00 - 23:00 Uhr Samstag, Sonntag und an Feiertagen 11:00 - 23:00 Uhr Aktuelles...
› von Administrator • Mittwoch, 24. Februar 2010 • Aufrufe 170 • Keine Kommentare
Hans-Jörg Otto ist seit Herbst 2008 laut offizieller Funktionsbezeichnung „Leiter Stadionbetrieb der Projektgesellschaft Dresden“. Im Gespräch mit der SZ äußert sich der 31-jährige Manager zu dem Streit über die Kosten für den Betrieb der Spielstätte zwischen der Landeshauptstadt und dem Fußball-Klub SG Dynamo.
Herr Otto, welche Position nehmen Sie für die Stadion-Projektgesellschaft ein?
Durch die Verteilung der Einnahmen laut Baukonzessionsvertrag sollten wir als Betreiber in die Lage versetzt werden, sowohl den Baukredit abzuzahlen, als auch die Betriebskosten für das Stadion zu decken. Wenn sich in der Praxis herausstellt, dass dadurch der notwendige Hauptmieter nicht überlebensfähig ist, muss man das Konstrukt korrigieren.
Könnte man das Stadion ohne einen Verein betreiben?
Es ist ein Fußballstadion und keine Multifunktionsarena, also wäre es ohne Fußball nur sehr schwer am Leben zu halten.
Was ist mit Drittveranstaltungen, mit Konzerten?
Die sind in allen Fußballstadien die Sahne auf der Torte. Aber durch die hohen Produktionskosten bleibt beim Betreiber kein nennenswerter Gewinn übrig. Zudem reden wir über zwei bis drei Veranstaltungen pro Sommer.
Warum so wenige?
In diesem Jahr ist das Zeitfenster durch die U20-WM der Frauen vom 13.Juli bis 1.August und im nächsten Jahr wegen der Frauen-WM eingeschränkt. Wir versuchen, andere Ereignisse wie den Firmenlauf oder die Saisoneröffnung der Footballer von den Dresdner Monarchs auszurichten, aber: Das sind alles kleine Punkte, die zu einer Entlastung führen, aber uns nie in die Lage versetzen werden, dieses Stadion ohne Dynamo und ohne Fußball vernünftig betreiben zu können. Dafür wurde es auch nicht gebaut.
Das Geld bringt der Fußball?
Natürlich – bei durchschnittlich 13000 bis 14000Zuschauern und 19Heimspielen pro Saison. Sie kaufen das Ticket, essen und trinken etwas. Und weil es so viele sind, ergeben sich Werbeerlöse. Das kann man nicht mit Konzerten, geschweige denn kleineren Veranstaltungen kompensieren.
Zugespitzt gefragt: Ohne die Marke Dynamo wäre das Dresdner Stadion eine schöne Hülle?
Der Vergleich zu Leipzig liegt doch nahe. Dort ist die Hoffnung groß, dass mit dem von Red Bull unterstützten Klub endlich wieder Fußballleben einzieht und die Schmach getilgt wird, dass sich die Stadt ein leeres Stadion leistet.
Dresdens Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU) sprach davon, dass die Projektgesellschaft ohne Dynamo überleben könne, wenn man das Stadion einmottet.
Da sind wir anderer Meinung. Die vielen positiven Nebeneffekte, die durch das Stadion erzielt werden, sind noch nicht ausreichend betrachtet worden. Es ist uns gelungen, Firmenveranstaltungen von 200 bis 400 Personen nach Dresden zu holen, auch die Stadt hat das schon genutzt. Die Leute übernachten zwei, drei Tage in Hotels, mieten Busse, besuchen Ausstellungen, gehen essen. Das bringt auch Geld in die Stadt, aber bei uns bleibt effektiv davon nicht viel hängen.
Was ist mit solchen Veranstaltungen einzunehmen?
Die Miete für das Objekt, ein Anteil am Catering – das ist es auch schon. Gleichzeitig haben wir Kosten für Technik, Organisation, Sicherheit und Reinigung. Unter dem Strich bleibt nicht viel übrig.
Wäre es machbar, das Stadion nur für die Frauen-Weltmeisterschaften aufzuschließen?
Machbar ist alles, aber schwer vorstellbar. Am 22.April richten wir das Länderspiel der deutschen Frauen-Auswahl gegen Schweden aus. Das ZDF überträgt live. Dresden wird also zwei Stunden im Fernsehen präsent sein, was positiv auf das Image der Stadt ausstrahlt, wenn es uns gelingt, das Stadion voll zu kriegen. Für Herbst haben wir die Aussicht auf ein U21-Länderspiel der Männer. Das ist schön, aber davon wird man nicht reich oder kann auch nur annähernd den Hauptmieter Dynamo ersetzen.
Wie hoch wären denn die Kosten, wenn man das Stadion tatsächlich einmottet?
Für die Finanzierung wären genauso 2,7Millionen Euro pro Jahr nötig. Hinzu kämen Betriebskosten – je nachdem, ob der Rasen am Leben erhalten werden soll – von 1,4 bis 1,8Millionen Euro.
Noch einmal zu den Konzerten: Ist schon eines in Aussicht?
Einen konkreten Termin gibt es nicht. Mit fortschreitender Zeit bin ich skeptischer, dass es in diesem Sommer noch klappt.
Was sind die Schwierigkeiten außer dem engen Zeitfenster?
Wer es schafft, 30000 Zuschauer ins Stadion zu locken, hat auch das Potenzial für 40000 oder mehr. Also geht er in eine größere Arena. Für diejenigen, die vielleicht unsere Ränge füllen könnten, ist das finanzielle Risiko, ein Stadion zu mieten, deutlich größer, als auf die grüne Wiese zu gehen. Wir haben gute Partner, aber auch sie können keine Wunder bewirken.
Das Gespräch führte Sven Geisler.
Text: Administrator
Bild: SZ