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Dresden: DFB soll im Stadionstreit zwischen Stadt und Dynamo schlichten

› von Administrator • Montag, 01. März 2010 • Aufrufe 87 • Keine Kommentare

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Der Streit um die Kosten für das neue Dresdner Fußball-Stadion geht weiter. Gestern forderte die SPD-Fraktion die Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) auf, unverzüglich zu einer Sondersitzung des Stadtrates einzuladen. Dabei soll der Deutsche Fußball-Bund (DFB) schlichten. Damit greift die SPD einen Vorschlag von Dynamo auf. „Beim DFB wartet man darauf, als Moderator in die Verhandlungen einsteigen zu dürfen“, hatte SGD-Geschäftsführer Stefan Bohne am Freitag vor dem Sport- und Finanzausschuss erklärt.

Der Verband hatte als Grundlage für die Gespräche bereits einen Vergleich geliefert. Demnach zahlen die Klubs in der 3.Liga durchschnittlich 160000 Euro pro Saison für die Stadionnutzung, Dynamo müsste für die nächste Saison 2,1Millionen aufbringen. Daraus ergebe sich nach Darstellung des Klubs in der Etat-Planung für die Saison 2010/11 eine Lücke von 1,7Millionen Euro. Der Verein rechnet damit, diese Summe durch Bürgschaften ausgleichen zu müssen. Das sei jedoch unrealistisch, weil potenzielle Geldgeber zwar üblicherweise für unsichere Einnahmen aus dem Ticketverkauf oder von Sponsoren bürgen, aber nicht für ein Loch. Deshalb droht der Lizenzentzug, und damit der Zwangsabstieg und die Insolvenz. Wenn überhaupt, könnte der Verein zwei Klassen tiefer in der Oberliga weiterspielen, sich dann aber das Stadion erst recht nicht leisten.

Die Stadtverwaltung, speziell Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU), geht jedoch davon aus, dass Dynamo damit nur droht, um Geld vom Steuerzahler kassieren zu können, ohne eigene Finanzreserven zu erschließen. Der Verein verweist dagegen darauf, in den vergangenen drei Jahren seine Ausgaben um 1,63Millionen Euro reduziert zu haben.

Wo ist der Ausweg? Der Finanzausschuss empfiehlt dem Stadtrat, die Vorlage der Verwaltung anzunehmen. Diese sieht einen zusätzlichen Zuschuss für die Stadion-Projektgesellschaft von 527000Euro jährlich für die gesamte Vertragslaufzeit vor. Zusätzlich sollte Dynamo das Darlehen vom Mai 2008 weiter gestundet werden. Das würde eine Entlastung von 116000 Euro pro Jahr bedeuten.

Die Fraktionen von SPD, Linke, FDP und Grüne hatten sich am Freitag auf einen umfassenderen Kompromiss für die nächste Saison geeinigt. Es sollten weitere 250000 Euro an die Projektgesellschaft gezahlt werden, sofern Dynamo dieselbe Summe aufbringt. Außerdem hätte ein städtisches Unternehmen eine Bürgschaft für 200000 Euro gegeben. Gleichzeitig waren Neuverhandlungen zu den Stadion-Verträgen mit dem DFB als Moderator vorgesehen.

Dieser Vorschlag habe im Stadtrat eine deutliche Mehrheit von 41 zu 30Stimmen, hieß es gestern von der SPD. Im Finanzausschuss wäre er aber durch das Votum der Oberbürgermeisterin bei Stimmengleichheit gescheitert. Deshalb habe man sich entschlossen, ihn im Stadtrat einzubringen.
Von Sven Geisler

Text: Administrator
Bild: SZ

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