Dresden: Fluttor am Ostra-Ufer sperrt im Ernstfall die Elbe rechtzeitig aus
› von Administrator • Dienstag, 09. März 2010 • Aufrufe 92 • Keine Kommentare
Diese Funktionsprobe ging schief: Der Lkw konnte das Tor nur bis zur Hälfte ziehen, weil er an der Mauer gegenüber nicht vorbeikam. Foto: SZ/M. Gröning
Der Termin war perfekt. Bei klirrenden zehn Grad unter Null machten sich 14 Mitarbeiter der Zentralen Technischen Dienste (ZTD) gestern um 7 Uhr bereit, die Schiene für das Flutschutztor am Kongresscentrum freizulegen. „Das Wetter ist nichts für Frostbeulen, aber sehr authentisch für ein mögliches Frühjahrshochwasser“, so Ehsan Amani, der Projektverantwortliche von der Landestalsperrenverwaltung (LTV). „Und wenn wir es unter diesen schwierigen Bedingungen üben, klappt es im Notfall um so besser.“
Stück für Stück wurden die schweren Abdeckplatten aus der Straße vom Autokran herausgehoben. Darunter war eine dicke Schmutzschicht auf der Schiene des Flutschutztores festgefroren. Über zwei Stunden brauchten die ZTD-Mitarbeiter, sie abzuhacken und mit Wasser letzte Reste zu beseitigen. Beobachtet stets von einem großen Expertenteam des Umweltamtes, des Brand- und Katastrophenschutzamtes, der LTV und der bauausführenden Firmen. Die Technik-Einweisung im unterirdischen Torraum übernahm Andreas Jander von der Firma Züblin. „Derzeit wird an einer Übereinkunft zwischen LTV und Stadt gearbeitet, dass wir das Flutschutztor als Betreiber übernehmen“, sagt Matthias Kolitsch von der Abteilung Verkehrsinfrastruktur-Wartung der ZTD. „Deshalb müssen wir unsere Leute sehr gut einweisen lassen.“
Gegen 10.30Uhr war es so weit: Elektrisch gesteuert, fuhr das Tor problemlos raus und schloss die Dichtung zur Schiene. Komplizierter gestaltete sich indes der zweite Versuch. Diesmal probierten die Akteure, das Tor mithilfe eines Lastwagens herauszuziehen, falls im Ernstfall die Elektrik versagt. Bis zur Hälfte der Straße konnte der Lkw das Tor auch bewegen, danach stand dem Fahrzeug die Mauer auf der Gegenseite im Weg. Das letzte Stück musste per Handkurbel aus dem Technikraum geschoben werden. „Aus diesem Grund machen wir ja die Funktionsproben, um Probleme zu erkennen“, sagt Matthias Kolitsch. In der Auswertung des Tests wird nun festgelegt, dass weitere Zugösen am Flutschutztor angebracht werden.
15.30 Uhr waren die anstrengenden Versuche beendet, das Tor zurück in die Kammer gefahren, der Verkehr am Ostra-Ufer wieder freigegeben. „Wir wissen jetzt, dass es auch bei diesen Temperaturen funktioniert“, sagt Kolitsch. „Von der Gefahrenwarnung durch die LTV bis zum endgültigen Rausfahren und Schließen bleibt uns auch dann noch genügend Zeit. Ein gutes Gefühl.“
Von Kay Haufe
Text: Administrator
Bild: SZ
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